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NetzfräseFräsen & Sägen verstehen

Die Tauchkreissäge (Tauchsäge)

Aktualisiert am 2 Min. LesezeitKreis-, Kapp- & Tischsägen

Die Tauchkreissäge, kurz Tauchsäge, ist eine Handkreissäge, deren Blatt im Ruhezustand vollständig im Gehäuse verschwindet. Erst beim Herunterdrücken taucht es ins Material ein. Zusammen mit einer Führungsschiene ist sie die präziseste mobile Kreissäge.

Tauchsäge auf Führungsschiene mit SplitterschutzFührungsschiene mit Splitterschutzlippe (rot): Die Säge taucht an beliebiger Stelle ein.Tauchmechanik:Blatt senkt sicherst beim Eintauchen
Tauchsäge auf der Führungsschiene mit Splitterschutzlippe – Zeichnung: Netzfräse

Was die Tauchsäge anders macht

Bei der Handkreissäge ragt das Blatt unten heraus und wird von einer Pendelhaube abgedeckt. Bei der Tauchsäge sitzt das Blatt in einem geschlossenen Gehäuse, das über ein Gelenk nach unten schwenkt. Das bringt drei Vorteile:

  • Tauchschnitte: Sie können mitten in einer Platte ansetzen, etwa für Ausschnitte in Arbeitsplatten oder Fensteröffnungen in Holzwänden.
  • Bessere Absaugung: Das geschlossene Gehäuse lässt sich effektiver absaugen; zusammen mit einem Sauger bleibt kaum Staub in der Luft.
  • Präzision: Die Säge ist von vornherein für die Führungsschiene gebaut und läuft darauf praktisch spielfrei.
Tauchsäge auf Führungsschiene mit SplitterschutzFührungsschiene mit Splitterschutzlippe (rot): Die Säge taucht an beliebiger Stelle ein.Tauchmechanik:Blatt senkt sicherst beim Eintauchen
Die Tauchmechanik: Das Blatt senkt sich erst beim Eintauchen aus dem Gehäuse – Zeichnung: Netzfräse

Führungsschiene und Splitterschutz

Die Säge läuft auf einer Aluminiumschiene mit Splitterschutzlippe. Die Lippe liegt exakt an der Schnittlinie; Sie legen die Schiene also direkt auf den Anriss. Schienen gibt es in verschiedenen Längen und mit Verbindern; für den Zuschnitt einer Standardplatte in der Länge braucht es etwa 2,5 bis 3 Meter.

Einige Modelle haben eine Vorritzfunktion: Die Säge schneidet zuerst mit wenigen Millimetern Tiefe, dann in voller Tiefe. So bleiben auch empfindliche Beschichtungen an der Unterseite sauber. Das Zusammenspiel von Schiene und Säge ist ausführlicher im Beitrag Handkreissäge mit Führungsschiene beschrieben.

Rückschlagstopp

Manche Tauchsägen besitzen einen Rückschlagstopp an der Schiene – einen verstellbaren Anschlag, der verhindert, dass die Säge bei einem Tauchschnitt nach hinten wegspringt. Bei Tauchschnitten wird die Säge hinten an diesen Anschlag gesetzt und dann eingetaucht.

Sicherheit: Bei Tauchschnitten besteht erhöhte Rückschlaggefahr, weil das Blatt gegen die Vorschubrichtung ins Material eintritt. Säge immer mit beiden Händen halten, hinten abstützen oder Rückschlagstopp nutzen und langsam eintauchen.

Ersetzt sie die Tischkreissäge?

Für den Zuschnitt großer Platten, für Möbelbau in der Wohnung oder Arbeiten auf der Baustelle ja – und oft besser, weil die Säge zur Platte kommt. Für schmale Leisten, Serienschnitte, Falze und Nuten ist eine Tischkreissäge oder eine Kappsäge überlegen. Viele Werkstätten kombinieren deshalb Tauchsäge und Kappsäge und verzichten auf die stationäre Tischsäge.

Praxistipp: Legen Sie für den Plattenzuschnitt eine Dämmstoff- oder Weichfaserplatte unter. Die Säge schneidet ein paar Millimeter hinein, beide Teile bleiben liegen, und nichts klemmt.

Mini-Tauchsägen

Kleine Tauchsägen mit Blättern um 85 bis 120 mm sind für dünne Platten, Laminat und Fliesen gedacht. Sie sind handlich, schaffen aber nur geringe Schnitttiefen – mehr dazu unter Mini-Kreissäge.

Quellen und weiterführende Informationen