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NetzfräseFräsen & Sägen verstehen

Die Stichsäge

Aktualisiert am 3 Min. LesezeitStich-, Säbel- & Bandsägen

Die Stichsäge ist die Allrounderin unter den Elektrosägen. Mit einem schmalen, auf und ab schwingenden Blatt schneidet sie Kurven, Ausschnitte für Spülen und Steckdosen und mit dem richtigen Blatt auch Metall, Kunststoff oder Laminat.

Akku-Stichsäge mit Pendelhubeinstellung und Führungsrolle
Akku-Stichsäge mit Pendelhubeinstellung und Führungsrolle – Foto: Widar23 · CC BY-SA 4.0 · Wikimedia Commons

So arbeitet die Stichsäge

Ein Motor treibt über ein Getriebe eine Hubstange an, an deren Ende das Sägeblatt sitzt. Das Blatt bewegt sich schnell auf und ab und schneidet in der Regel beim Aufwärtshub – die Zähne zeigen nach oben. Deshalb reißt die Oberseite des Werkstücks leichter aus als die Unterseite. Eine Führungsrolle hinter dem Blatt stützt es seitlich und nach hinten ab.

Die Grundplatte liegt auf dem Werkstück auf und lässt sich bei den meisten Modellen für Schrägschnitte bis 45 Grad neigen.

Pendelhub und Hubzahl

Beim Pendelhub schwingt das Blatt zusätzlich beim Aufwärtshub nach vorn ins Material und beim Abwärtshub zurück. Das räumt Späne besser aus und beschleunigt den Schnitt, macht die Schnittkante aber rauer.

Schema des Pendelhubs einer StichsägePendelhub: Blatt schwingt beimAufwärtshub nach vornStufe 0 für Blech und saubere Kurven · hohe Stufe für schnelle Schnitte in Weichholz
Pendelhub: Beim Aufwärtshub schwingt das Blatt nach vorn – Zeichnung: Netzfräse
  • Stufe 0 (aus): für Metall, Kunststoff, dünne Platten und saubere Kurven.
  • Mittlere Stufen: für Hartholz und Sperrholz.
  • Hohe Stufe: für schnelle Schnitte in Weichholz, wenn die Kante nicht sichtbar ist.

Die Hubzahl (Hübe pro Minute) wird meist per Stellrad oder Schalter geregelt. Für Metall und Kunststoff arbeiten Sie mit niedriger Hubzahl, damit das Material nicht schmilzt oder das Blatt überhitzt.

Blätter: T-Schaft und Zahnung

Die meisten Stichsägen nehmen Blätter mit T-Schaft auf, der ohne Werkzeug eingesetzt wird. Ältere Geräte nutzen teilweise U-Schaft. Das Blatt ist das wichtigste Zubehör:

  • grobe, geschränkte Zähne für schnelle Schnitte in Holz,
  • feine, gefräste Zähne für saubere Kanten,
  • umgekehrte Zahnung („Clean for Wood“ o. ä.) schneidet auf dem Abwärtshub und verhindert Ausrisse auf der Oberseite, etwa bei Arbeitsplatten,
  • schmale Kurvenblätter für enge Radien,
  • HSS- oder Bimetall-Blätter für Metall, Hartmetall für Fliesen, Glasfaser oder Faserzement.

Hersteller kennzeichnen die Eignung meist mit Farbcodes oder Symbolen. Das Prinzip der Zahnteilung erklärt der Beitrag Säbelsägeblätter für Holz.

Gerade schneiden – das Problem der Stichsäge

Stichsägen neigen dazu, bei dicken Werkstücken „verlaufen“: Das Blatt biegt sich und schneidet unten schräg. Dagegen helfen ein dickes, steifes Blatt, eine gute Blattführung, moderater Vorschub und ein Parallelanschlag oder eine Führungsschiene. Für lange gerade Schnitte ist eine Handkreissäge aber meist die bessere Wahl.

Praxistipp: Für Ausschnitte in der Fläche zuerst ein Loch bohren, das etwas größer ist als die Blattbreite, und dort einstechen. Bei Arbeitsplatten Klebeband auf die Schnittlinie kleben und ein Blatt mit umgekehrter Zahnung nutzen.

Sicher arbeiten

Sicherheit: Stecker ziehen oder Akku entnehmen, bevor Sie das Blatt wechseln. Blätter werden beim Sägen heiß. Nach dem Schnitt warten, bis das Blatt stillsteht, und die Säge nicht aus dem Schnitt heben, solange es läuft. Beim Einstechen ohne Vorbohren (Tauchschnitt) nur mit geeigneten Blättern und nach Anleitung arbeiten.

Tragen Sie Schutzbrille und Gehörschutz; bei Plattenwerkstoffen zusätzlich eine Staubmaske oder einen Sauger am Absaugstutzen. Ob Akku oder Kabel besser passt, lesen Sie im Beitrag zur Akku-Stichsäge.

Quellen und weiterführende Informationen