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NetzfräseFräsen & Sägen verstehen

Die Tischkreissäge

Aktualisiert am 3 Min. LesezeitKreis-, Kapp- & Tischsägen

Die Tischkreissäge ist für gerade, maßhaltige Schnitte in Brettern und Platten gemacht. Das Blatt steht fest, Sie schieben das Werkstück. Das macht die Maschine präzise – und verlangt Respekt, denn an keiner Säge passieren mehr schwere Handverletzungen.

Tischkreissäge mit Schiebetisch und Parallelanschlag
Tischkreissäge mit Schiebetisch und Parallelanschlag – Foto: 4028mdk09 · CC BY-SA 3.0 · Wikimedia Commons

Aufbau

Unter einem stabilen Tisch sitzt der Motor mit dem Sägeblatt, das durch einen Schlitz in der Tischeinlage nach oben ragt. Eine Kurbel verstellt die Schnitthöhe, eine zweite die Neigung des Blatts für Schrägschnitte. Hinter dem Blatt sitzt der Spaltkeil, darüber die Schutzhaube, meist mit Absaugung.

Geführt wird das Werkstück an zwei Anschlägen:

  • Der Parallelanschlag läuft parallel zum Blatt und bestimmt die Breite bei Längsschnitten.
  • Der Queranschlag (Winkelanschlag) läuft in einer Nut oder auf einem Schiebeschlitten und führt das Werkstück für Querschnitte und Gehrungen.

Welche Schnitte damit möglich sind, zeigt die Übersicht der Grundschnitte. Wie ein Schiebeschlitten das Querschneiden erleichtert, steht im Beitrag Tischkreissäge mit Schiebeschlitten.

Größenklassen

  • Kompakte Tischsägen mit 210- oder 216-mm-Blatt: leicht, transportabel, für Leisten und dünne Platten.
  • Baustellen- und Werkstattsägen mit 250- bis 254-mm-Blatt: der verbreitetste Kompromiss aus Schnitthöhe und Gewicht.
  • Große Tischkreissägen mit 315-mm-Blatt und mehr: für Balken, Bohlen und Dauerbetrieb, oft mit Drehstrommotor.
  • Formatkreissägen: für große Platten, mit langem Schiebeschlitten und Vorritzer – mehr dazu unter Formatkreissäge.

Wichtiger als der Blattdurchmesser sind ein planer, verwindungssteifer Tisch, ein Parallelanschlag, der sich nicht verzieht, und eine Tischverbreiterung, damit lange Werkstücke nicht kippen.

Rückschlag verstehen

Der gefährlichste Moment an der Tischkreissäge ist der Rückschlag. Er passiert, wenn das Werkstück an den hinteren, aufsteigenden Zähnen des Blatts hängen bleibt – etwa weil sich die Schnittfuge hinter dem Blatt schließt oder das Werkstück zwischen Blatt und Anschlag verkantet. Das Blatt schleudert es dann mit großer Kraft nach vorn, in Richtung der bedienenden Person, und die Hand kann ins Blatt gezogen werden.

Schema: Rückschlag an der Tischkreissäge und Funktion des SpaltkeilsRückschlag: Werkstück wird vomaufsteigenden Blattrücken erfasstSpaltkeilhält die Fuge offenVorschub →Schnittfuge, die sich hinter dem Blatt schließt, klemmt das Blatt ein.
Der Spaltkeil hält die Schnittfuge offen und verhindert, dass das Werkstück vom Blattrücken erfasst wird – Zeichnung: Netzfräse

Der Spaltkeil ist die wichtigste Gegenmaßnahme: Er sitzt direkt hinter dem Blatt, ist etwas dicker als das Stammblatt und dünner als die Schnittfuge und hält die Fuge offen. Er muss zum Blattdurchmesser passen und dicht am Blatt stehen. Spaltkeil nie abbauen – auch nicht „nur für einen Schnitt“.

Sicherheit: Schmale Werkstücke immer mit dem Schiebestock führen, die Hand nie in Verlängerung des Blatts halten und seitlich versetzt stehen. Beim Längsschnitt am Parallelanschlag darf das Werkstück nicht zwischen Blatt und Anschlag eingeklemmt werden; bei kurzen Querschnitten den Parallelanschlag zurückziehen.

Schutzhaube und Absaugung

Die Schutzhaube deckt das Blatt von oben ab und fängt Späne und abgerissene Splitter. Eine Tischkreissäge ohne Haube zu betreiben, ist weder zulässig noch klug. Sie kann bei verdeckten Schnitten (etwa Falzen) durch andere Schutzeinrichtungen ersetzt werden – das regeln die Betriebsanleitung und die Regeln der Berufsgenossenschaft.

Schutzhaube über dem Sägeblatt – sie gehört bei jedem Durchtrennschnitt dazu
Schutzhaube über dem Sägeblatt – sie gehört bei jedem Durchtrennschnitt dazu – Foto: Patrick Fitzgerald · CC BY 2.0 · Wikimedia Commons

Ein Sauger oder eine Absauganlage an Haube und Maschinengehäuse holt Holzstaub aus der Luft. Holzstaub, vor allem von Eiche und Buche, gilt als krebserzeugend; ein Sauger der Staubklasse M ist die richtige Wahl.

Das richtige Blatt

Für Längsschnitte in Massivholz eignen sich Blätter mit wenigen, großen Zähnen, für Querschnitte und beschichtete Platten solche mit vielen Zähnen. Details zu Zahnformen und Zähnezahl stehen im Beitrag Tischkreissägeblätter.

Praxistipp: Stellen Sie die Schnitthöhe so ein, dass die Zahnspitzen etwa eine Zahnhöhe über dem Werkstück stehen. Das reduziert die freiliegende Blattfläche und das Rückschlagrisiko.

Alternativen

Wer vor allem große Platten zuschneidet und keinen Platz für eine stationäre Maschine hat, fährt mit einer Tauchsäge an der Führungsschiene oft besser. Und wer eine Tischkreissäge mit einer Kappsäge verbinden möchte, findet Hinweise unter Kapp- und Tischkreissäge als Kombination.