Handkreissäge mit Führungsschiene
Mit einer Führungsschiene schneidet eine Handkreissäge Platten so gerade wie eine stationäre Säge. Die Schiene liegt auf der Anrisslinie, die Säge läuft darauf – kein Abweichen, kein Nachschleifen.
Das Prinzip
Eine Führungsschiene ist ein Aluminiumprofil mit einer Führungsrippe. Die Säge hat an ihrer Grundplatte eine passende Nut oder wird über einen Adapter auf die Schiene gesetzt. Rutschfeste Streifen auf der Unterseite halten die Schiene auf dem Werkstück; bei glatten Oberflächen helfen Schienenzwingen.
Viele Schienen tragen an der Schnittkante eine Splitterschutzlippe aus Gummi oder Kunststoff. Beim ersten Schnitt wird sie auf die Blattbreite der Säge zugeschnitten; danach zeigt sie exakt die Schnittlinie und drückt die Fasern nieder, sodass die Oberkante kaum ausreißt.
Systeme und Adapter
- Systemschienen gehören zu Tauchsägen bestimmter Hersteller. Die Sägen haben die Nut ab Werk; viele Schienen sind herstellerübergreifend kompatibel, aber nicht alle.
- Universalschienen mit Adapterplatte: Die Handkreissäge wird auf einen Schlitten geschraubt oder geklemmt, der auf der Schiene läuft. Das funktioniert mit vielen Sägen, bringt aber meist etwas Spiel mit.
- Einfache Anschlagschienen ohne Nut: im Grunde ein gerades Profil mit Zwingen, an dem die Grundplatte entlanggeführt wird. Günstig, aber der Abstand zwischen Anschlag und Blatt muss bei jedem Schnitt eingerechnet werden.
Einrichten
- Säge auf die Schiene setzen und das Spiel der Führung einstellen (viele Sägen haben dafür Exzenter).
- Schnitttiefe auf Materialstärke plus etwa 5 mm plus Schienenhöhe einstellen.
- Beim ersten Schnitt die Splitterschutzlippe mit der Säge zuschneiden.
- Schiene mit der Lippe auf die Anrisslinie legen, bei Bedarf festklemmen.
- Werkstück vollflächig unterstützen, etwa auf einer Dämmstoffplatte, damit beide Teile nach dem Schnitt liegen bleiben.
Praxistipp: Eine Hartschaum- oder Holzfaserplatte als Unterlage auf dem Boden ist die einfachste Zuschnittfläche: Die Säge schneidet ein paar Millimeter hinein, die Platte trägt beide Hälften, nichts klemmt.
Handkreissäge oder Tauchsäge?
Eine Tauchsäge ist für die Schiene gebaut: Sie taucht an beliebiger Stelle ins Material ein, hat eine Absaugung, die an der Schiene dicht abschließt, und oft einen Rückschlagstopp. Eine Handkreissäge auf Adapter ist eine günstige Lösung für gelegentliche Plattenschnitte, reicht aber nicht an deren Präzision heran. Wer oft Platten zuschneidet oder Ausschnitte mitten in einer Fläche braucht, sollte sich die Tauchkreissäge ansehen.
Sicherheit: Auch auf der Schiene gilt: Säge mit beiden Händen führen, nicht rückwärts ziehen, bei klemmendem Blatt sofort loslassen und die Säge zum Stillstand kommen lassen. Die Pendelhaube muss frei beweglich bleiben.
Grundlagen zur Säge selbst stehen im Beitrag Die Handkreissäge.
