Die Handkreissäge
Die Handkreissäge bringt die Kreissäge zum Werkstück statt umgekehrt. Sie schneidet Bretter, Kanthölzer und Platten gerade und schnell – auf der Baustelle, im Garten oder in der Garage.
Aufbau
Ein Motor treibt das Blatt an, das in einer festen oberen Schutzhaube läuft. Unten sitzt eine Pendelschutzhaube, die beim Ansetzen am Werkstück zurückschwenkt und nach dem Schnitt von selbst wieder zufällt. Die Grundplatte liegt auf dem Werkstück auf; an ihr stellen Sie Schnitttiefe und Neigung ein. Ein Spaltkeil hinter dem Blatt hält die Fuge offen.
Das Blatt dreht so, dass die Zähne von unten nach oben schneiden. Deshalb reißt die Oberseite stärker aus – legen Sie die Sichtseite beim Sägen nach unten.
Schnitttiefe und Blattgröße
Wie dick das Holz sein darf, hängt vom Blattdurchmesser ab:
- Kleine Sägen mit 150 bis 165 mm Blatt schaffen etwa 45 bis 55 mm – genug für Platten und Bretter.
- Mit 190 mm Blatt sind etwa 65 bis 70 mm üblich; damit lassen sich Kanthölzer in einem Schnitt trennen.
- Für Balken gibt es große Zimmerei-Kreissägen mit Blättern über 230 mm.
Bei geneigtem Blatt verringert sich die Schnitttiefe spürbar. Für dünne Platten und Fliesenleisten gibt es außerdem Mini-Kreissägen.
Akku oder Kabel?
Akku-Handkreissägen mit 18 V oder mehr sind heute auf der Baustelle Standard. Sie sind handlich und ohne Kabel beweglich, schaffen aber je nach Akku nur eine begrenzte Zahl von Schnitten in dickem Holz. Kabelgebundene Sägen sind günstiger und für lange Schnittserien in der Werkstatt ausdauernder. Wer schon Akkus eines Systems besitzt, fährt mit einer passenden Akku-Säge meist gut.
Gerade schneiden
Freihand entlang einer Linie wird ein Schnitt selten wirklich gerade. Hilfen:
- ein Parallelanschlag für Schnitte parallel zu einer Kante,
- eine angeklemmte Latte als Anschlag,
- eine Führungsschiene – mehr dazu im Beitrag Handkreissäge mit Führungsschiene.
Rückschlag vermeiden
Sicherheit: Rückschlag entsteht, wenn das Blatt im Schnitt klemmt – etwa weil das Werkstück durchhängt und sich die Fuge schließt. Werkstücke so auflegen, dass das abgeschnittene Teil frei fallen kann oder beidseitig unterstützt ist, Schnitttiefe nur wenige Millimeter tiefer als das Material einstellen, die Säge mit beiden Händen führen und seitlich neben der Schnittlinie stehen.
Die Pendelschutzhaube darf nie festgeklemmt oder hochgebunden werden. Prüfen Sie vor jedem Einsatz, ob sie frei zurückfedert.
Praxistipp: Ausrissfrei in beschichteten Platten: Klebeband über die Schnittlinie kleben, ein feinzahniges Blatt nutzen und die Sichtseite nach unten legen.
Das richtige Blatt
Die mitgelieferten Blätter sind oft Allrounder mit etwa 24 Zähnen. Für saubere Plattenschnitte lohnt ein zweites Blatt mit 40 bis 48 Zähnen. Wie Zahnform und Zähnezahl zusammenhängen, steht im Beitrag Tischkreissägeblätter – das Prinzip gilt für Handkreissägen ebenso.
