Die Putzfräse (Sanierungsfräse)
Wer eine Wand sanieren will, muss oft zuerst herunter, was draufsitzt: brüchiger Putz, alte Farbschichten, Fliesenkleber. Eine Putzfräse, auch Sanierungsfräse oder Sanierungsschleifer genannt, erledigt das flächig und deutlich schneller als Hammer und Meißel.
Was eine Putzfräse ist
Unter dem Begriff laufen zwei Gerätearten:
- Sanierungsschleifer ähneln einem Winkelschleifer mit großer Absaughaube. Statt einer Trennscheibe tragen sie eine Diamant-Topfscheibe, die flach auf der Wand aufliegt und Putz, Farbe oder Kleber abschleift. Eine Bürstenkranz-Haube dichtet zur Wand hin ab.
- Sanierungs- oder Wandfräsen arbeiten mit einem Fräsrad aus Hartmetall-Lamellen oder -Sternen, das die Schicht eher abschlägt als abschleift. Sie sind bei dicken, weichen Schichten schneller.
Beide Varianten haben eine Absaughaube und oft einen Tiefenanschlag, damit nur so viel Material abgetragen wird wie nötig.
Typische Einsätze
- alte, hohl liegende oder salzbelastete Putzschichten entfernen,
- Farb- und Dispersionsschichten abtragen, bevor neu verputzt wird,
- Fliesenkleber- und Mörtelreste nach dem Abschlagen von Fliesen beseitigen,
- Grate und Unebenheiten an Beton und Estrichkanten abschleifen.
Für einzelne Kabelschlitze ist die Putzfräse das falsche Gerät – dafür gibt es die Mauernutfräse.
Vor dem Start: Was steckt in der Wand?
Sicherheit: Alte Putze, Spachtelmassen, Fliesenkleber und Farbanstriche können bis in die 1990er-Jahre Asbest enthalten; ältere Farben unter Umständen Blei. Solche Schichten dürfen nicht abgeschliffen oder abgefräst werden. Bei Gebäuden mit Baujahr vor etwa 1995 im Zweifel eine Probe im Labor untersuchen lassen.
Prüfen Sie außerdem mit einem Leitungssuchgerät, wo Kabel und Rohre liegen. Unter Putz verlaufende Leitungen liegen oft dicht unter der Oberfläche und werden von einer Topfscheibe schnell erwischt.
Arbeiten mit der Putzfräse
- Arbeitsbereich abschotten, Möbel und Boden abdecken.
- Sauger (mindestens Staubklasse M, mit Filterabreinigung) anschließen und testen.
- Tiefenanschlag auf die gewünschte Abtragstiefe einstellen.
- Maschine mit beiden Händen führen, flach aufsetzen und in überlappenden Bahnen gleichmäßig bewegen.
- Nicht auf einer Stelle verharren, sonst entstehen Mulden.
Praxistipp: Große, weiche Putzflächen lassen sich oft schneller mit dem Hammer abschlagen und nur die Reste fräsen. Die Putzfräse spielt ihre Stärke bei festen Schichten und dort aus, wo ein ebener Untergrund gefordert ist.
Staub, Lärm, Rückschlag
Putzfräsen erzeugen sehr viel Staub; die Anforderungen an den Sauger entsprechen denen der Mauernutfräse und sind im Beitrag Staubsauger für die Mauernutfräse beschrieben. Tragen Sie zusätzlich Atemschutz (FFP2 oder besser), Schutzbrille, Gehörschutz und Handschuhe. Bei verkanteter Topfscheibe kann die Maschine seitlich wegschlagen – ein Zusatzhandgriff und ein fester Stand sind Pflicht.
Und danach?
Nach dem Abtragen ist der Untergrund meist rau und staubig. Vor dem neuen Putz wird er gereinigt, bei Bedarf grundiert und mit einem passenden Haftputz oder Spritzbewurf vorbereitet. Für große Betonflächen am Boden gibt es eigene Maschinen – mehr dazu im Beitrag zur Betonfräse.
