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NetzfräseFräsen & Sägen verstehen

Die Kappsäge

Aktualisiert am 2 Min. LesezeitKreis-, Kapp- & Tischsägen

Die Kappsäge ist die Spezialistin für Querschnitte. Das Blatt sitzt an einem Schwenkarm und wird von oben ins Werkstück gesenkt. Gehrungen und Neigungen lassen sich auf Skalen einstellen – ideal für Leisten, Latten, Terrassendielen und Bilderrahmen.

Kappsäge mit Drehteller, Gehrungsskala und Anschlag
Kappsäge mit Drehteller, Gehrungsskala und Anschlag – Foto: Wikideas1 · CC0 · Wikimedia Commons

Kappen, Gehrung, Neigung

Beim Kappen wird ein Werkstück quer zur Faser abgelängt. Die Kappsäge kann dazu zwei Winkel verstellen:

  • Die Gehrung dreht Drehteller und Blatt waagrecht – für Rahmenecken, Sockelleisten oder Dachlatten mit schrägem Ende.
  • Die Neigung kippt das Blatt seitlich – für schräge Kanten, etwa an Dachsparren oder Zierleisten.

Beide Winkel zusammen ergeben einen Doppelgehrungsschnitt, wie er bei Kranzleisten oder Dachstühlen vorkommt. Die Grundschnitte zeigt die Übersicht im Beitrag Elektrische Säge – welche wofür?

Blattgröße und Schnittbreite

Die Schnittbreite einer einfachen Kappsäge ist durch den Blattdurchmesser begrenzt, weil das Blatt nur nach unten schwenkt:

  • 210 bis 216 mm Blatt: für Leisten und schmale Latten, etwa bis 120 mm Breite.
  • 254 bis 260 mm: der verbreitete Standard, Bretter bis etwa 150 mm.
  • 305 mm: für breite Bohlen und hohe Profile.

Für breitere Bretter und Terrassendielen braucht es eine Kappzugsäge, bei der das Blatt zusätzlich nach vorn gezogen wird – mehr dazu unter Kappzugsäge.

Laser, Schattenlinie, Anschläge

Ein Laser oder eine LED-Schattenlinie zeigt, wo das Blatt schneidet. Die Schattenlinie hat den Vorteil, dass sie nicht verstellt werden muss – sie zeigt den Schatten des Blatts selbst. Hilfreich sind außerdem ein hoher, verschiebbarer Anschlag für hohe Profile, Tischverbreiterungen links und rechts und ein Längenanschlag für Serienschnitte.

Praxistipp: Kontrollieren Sie die 90- und 45-Grad-Rasten nach dem Transport mit einem Anschlagwinkel. Viele Sägen lassen sich nachjustieren – ein Probeschnitt an einer Leiste zeigt schnell, ob die Ecke schließt.

Sicher kappen

Sicherheit: Werkstück immer fest an Anschlag und Tisch drücken oder mit der Spannvorrichtung fixieren, Hände mindestens eine Handbreite vom Blatt entfernt halten und das Blatt nach dem Schnitt im Werkstück auslaufen lassen, bevor der Arm hochgeht. Kleine Abschnitte nie mit der Hand wegwischen, solange das Blatt dreht.

Die Pendelhaube muss nach dem Schnitt selbsttätig schließen. Gebogene oder verzogene Bretter so auflegen, dass sie beim Schnitt nicht auf das Blatt kippen – die hohle Seite zum Anschlag, die bauchige nach oben.

Staub und Aufstellung

Kappsägen verteilen Späne weiträumig. Der Absaugsack fängt nur einen Teil; ein Sauger am Stutzen hilft deutlich. Ein Untergestell mit Auflagen links und rechts bringt die Säge auf Arbeitshöhe und stützt lange Werkstücke ab.

Wer Kappsäge und Tischkreissäge in einem Gerät sucht, findet die Kombination im Beitrag Kapp- und Tischkreissäge. Die handbetriebene Alternative ist die Gehrungssäge.

Quellen und weiterführende Informationen