Die Gartensäge
Für Obstbäume, Sträucher und Hecken ist die Gartensäge das wichtigste Werkzeug nach der Schere. Ihre grobe, oft auf Zug schneidende Zahnung frisst sich durch frisches Holz, ohne zu verkleben. Entscheidend für den Baum ist aber nicht die Säge, sondern der Schnitt.
Welche Gartensäge wofür?
- Klappsäge: handlich, Blatt klappt in den Griff. Für Äste bis etwa Armstärke, ideal für die Jackentasche.
- Astsäge mit gebogenem Blatt: festes Blatt in einem Holster, schneidet auf Zug. Das gebogene Blatt bleibt im Schnitt und zieht sich ins Holz.
- Bügelsäge: für dicke Äste und Stämmchen, auch zum Zerkleinern von Schnittgut und Brennholz.
- Akku-Gartensäge: kleine Säbel- oder Mini-Kettensägen für viele Schnitte; mehr dazu unter Mini-Kettensäge.
- Teleskop-Astsäge: für hohe Äste vom Boden aus – siehe Teleskop-Astsäge.
Der richtige Schnitt: am Astring
Wo ein Ast aus dem Stamm wächst, bildet sich ein leichter Wulst, der Astring. In ihm sitzt das Gewebe, das die Wunde später überwallt. Schneiden Sie den Ast direkt außerhalb des Astrings ab – weder bündig am Stamm (das verletzt den Ring) noch mit langem Stummel (der stirbt ab und fault).
Bei schweren Ästen verhindert ein Dreischnitt das Abreißen der Rinde:
- Etwa eine Handbreit vom Stamm entfernt von unten ein Drittel anschneiden.
- Etwas weiter außen von oben durchsägen – der Ast bricht ab, ohne die Rinde am Stamm mitzureißen.
- Den Stummel mit einem sauberen Schnitt am Astring entfernen.
Wundverschlussmittel sind bei kleineren Schnitten nach heutigem Stand meist unnötig; wichtig sind ein glatter Schnitt und die richtige Stelle.
Wann darf geschnitten werden?
Nach § 39 Absatz 5 des Bundesnaturschutzgesetzes ist es vom 1. März bis 30. September verboten, Bäume außerhalb des Waldes, Hecken und Gebüsche radikal zurückzuschneiden oder auf den Stock zu setzen. Schonende Form- und Pflegeschnitte sind erlaubt, wenn keine brütenden Vögel gestört werden. Viele Gemeinden haben zusätzlich eine Baumschutzsatzung, die das Fällen oder starke Kappen größerer Bäume genehmigungspflichtig macht.
Praxistipp: Obstbäume werden meist im Spätwinter geschnitten, Steinobst wie Kirschen oft direkt nach der Ernte im Sommer. Die Details hängen von Obstart und Erziehungsform ab; Obst- und Gartenbauvereine bieten Schnittkurse an.
Pflege der Säge
Gartensägen verharzen schnell. Blatt nach dem Einsatz mit Harzlöser oder Spiritus reinigen und leicht einölen. Bei Arbeiten an kranken Bäumen (etwa mit Feuerbrand) das Blatt zwischen den Bäumen desinfizieren. Gehärtete Zähne werden nicht nachgeschärft; viele Hersteller bieten Ersatzblätter an.
Sicherheit: Nie über Kopf sägen, wenn der Ast auf Sie fallen kann, und nicht auf wackeligen Leitern arbeiten. Handschuhe schützen vor Schnittwunden und Splittern; bei Arbeiten über Kopf eine Schutzbrille tragen.
