Zum Inhalt springen
NetzfräseFräsen & Sägen verstehen

Fräser und Fräsköpfe für die Oberfräse

Aktualisiert am 3 Min. LesezeitFräsen

Die Oberfräse ist nur so gut wie ihr Fräser. Er bestimmt das Profil, die Oberflächengüte und wie leicht die Maschine durchs Holz läuft. Wer die wichtigsten Formen kennt, kommt mit wenigen, dafür guten Fräsern aus.

Querschnitte typischer Oberfräser-ProfileNutfräserBündigfräserAbrundfräserFasenfräserHohlkehlfräserKantenprofile im Querschnitt (Werkstück hell, abgetragener Bereich ausgespart)
Querschnitte typischer Kantenprofile – Zeichnung: Netzfräse

Aufbau eines Fräsers

Ein Oberfräser besteht aus dem Schaft, der in die Spannzange gehört, und dem Schneidenteil mit meist zwei Schneiden. Viele Kantenfräser tragen unten ein Anlaufkugellager. Es rollt an der Werkstückkante entlang und ersetzt so den Anschlag – das Profil folgt jeder Kontur, auch Rundungen.

Der Schaftdurchmesser muss exakt zur Spannzange passen. Ein 8-mm-Schaft lässt sich nicht in einer 1/4-Zoll-Zange (6,35 mm) spannen, und ein 6-mm-Schaft hält in einer 1/4-Zoll-Zange nicht sicher. Kaufen Sie Fräser deshalb passend zu Ihrer Maschine – oder die passende Zange dazu.

Die wichtigsten Profile

  • Nutfräser: gerade Schneiden, fräsen Nuten, Falze und Aussparungen. Mit ihnen beginnen die meisten Sortimente.
  • Bündigfräser: gerade Schneiden mit Kugellager in gleicher Größe. Sie fräsen Umleimer oder Furnierüberstände bündig und kopieren Schablonen exakt.
  • Abrundfräser (Viertelstab): runden Kanten mit festem Radius ab, zum Beispiel an Tischplatten oder Regalböden.
  • Fasenfräser: brechen Kanten meist unter 45 Grad – schlicht und robust.
  • Hohlkehlfräser: fräsen eine konkave Rundung, etwa für Griffleisten.
  • Profil- und Konterprofilfräser: für Rahmenverbindungen im Möbelbau; sie gehören meist in den Frästisch.
  • Schwalbenschwanz- und Gratfräser: für klassische Holzverbindungen, oft zusammen mit einer Zinkenschablone.

Hartmetall oder HSS?

Die Schneiden bestehen überwiegend aus Hartmetall (HM). Es bleibt lange scharf, auch in Spanplatten, MDF und beschichteten Platten, deren Leim und Harze Stahl schnell abstumpfen. Fräser aus Schnellarbeitsstahl (HSS) lassen sich schärfer schleifen und liefern in Weichholz sehr glatte Schnitte, verschleißen in Plattenwerkstoffen aber rasch. Für Heimwerker ist HM fast immer die bessere Wahl.

Achten Sie auf saubere Lötstellen und eine gleichmäßige Schneidengeometrie. Sehr günstige Riesen-Sets enthalten oft Profile, die Sie nie brauchen, während ausgerechnet die wichtigen Nutfräser schnell stumpf werden.

Praxistipp: Ein sinnvolles Einstiegssortiment: zwei bis drei Nutfräser (etwa 6, 8 und 12 mm Durchmesser), ein Bündigfräser mit Kugellager, ein Abrundfräser und ein Fasenfräser. Weitere Profile kaufen Sie, wenn ein Projekt sie verlangt.

Drehzahl und Durchmesser

Große Fräser brauchen niedrige Drehzahlen. Ein kleiner Nutfräser verträgt die Höchstdrehzahl der Maschine, ein großer Profilfräser mit 50 mm Durchmesser dagegen nur einen Bruchteil davon. Viele Hersteller geben die zulässige Höchstdrehzahl auf dem Schaft oder der Verpackung an. Zu hohe Drehzahl führt zu Brandspuren und kann den Fräser zerstören, zu niedrige zu ausgerissenen Kanten und Rattern.

Sicherheit: Große Fräser (etwa ab 40 mm Durchmesser) nur im Frästisch oder mit sehr stabiler Führung einsetzen. Beschädigte oder verbogene Fräser sofort aussortieren – eine abgebrochene Schneide wird zum Geschoss.

Pflege und Lagerung

Harz- und Leimreste auf den Schneiden erhöhen die Reibung und lassen den Fräser heiß laufen. Ein Harzlöser und eine weiche Messingbürste halten die Schneiden sauber, ein Tropfen harzfreies Öl schützt das Kugellager. Lagern Sie Fräser einzeln, am besten in einem Halter mit Bohrungen, damit die Schneiden nicht aneinanderschlagen. Hartmetallfräser lassen sich von Schleifdiensten nachschärfen; bei günstigen Fräsern lohnt das selten.

Wie die Maschine selbst aufgebaut ist und geführt wird, erklärt der Beitrag zur Oberfräse. Für Schlitze in Wänden sind Holzfräser ungeeignet – dafür gibt es die Mauernutfräse.

Quellen und weiterführende Informationen