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NetzfräseFräsen & Sägen verstehen

Kapp- und Tischkreissäge (Kombination)

Aktualisiert am 2 Min. LesezeitKreis-, Kapp- & Tischsägen

Wer wenig Platz hat, liebäugelt mit einem Gerät, das Kappsäge und Tischkreissäge vereint. Solche Kombisägen gibt es in zwei Bauformen. Sie sparen Platz und Geld – verlangen aber Kompromisse bei Schnitthöhe, Tischgröße und Umrüstzeit.

Die vier Grundschnitte: Längs-, Quer-, Gehrungs- und SchrägschnittLängsschnittQuerschnitt (Kappen)GehrungsschnittSchrägschnitt (Neigung)Rote Linie = Schnittverlauf. Bei der Neigung kippt das Blatt, nicht das Werkstück.
Die Kombisäge soll beides können: Querschnitte als Kappsäge, Längsschnitte als Tischsäge – Zeichnung: Netzfräse

Bauform 1: Kappsäge mit Obertisch

Bei dieser Variante ist über dem Sägeaggregat einer Kappsäge ein kleiner Sägetisch angebracht. Das Blatt ragt oben durch den Tisch; mit Parallelanschlag und Schutzhaube wird das Gerät zur kleinen Tischkreissäge. Unten arbeitet es weiterhin als Kappsäge, meist mit Gehrung und Neigung. Solche Geräte heißen oft Tisch-, Kapp- und Gehrungssäge.

Die Schnitthöhe am Obertisch ist gering, weil nur der obere Teil des Blatts herausragt – typisch sind Werte von wenigen Zentimetern. Das reicht für Leisten, dünne Bretter und Platten, nicht aber für Bohlen.

Bauform 2: Wendesäge

Bei der Wendesäge wird das gesamte Sägeaggregat samt Tisch umgeklappt. In der einen Stellung arbeitet sie als Kappsäge, in der anderen als Tischkreissäge mit höherer Schnitthöhe. Das Umrüsten dauert etwas länger, dafür sind die Tischsägefunktionen vollwertiger. Wendesägen sind im Handwerk seit Langem verbreitet, besonders bei Montagetischlern.

Für wen lohnt sich das?

Eine Kombisäge ergibt Sinn, wenn

  • die Werkstatt klein ist oder die Säge mobil sein muss,
  • Sie überwiegend Leisten, Latten und dünnere Bretter bearbeiten,
  • Längsschnitte eher gelegentlich vorkommen.

Wer häufig große Platten zuschneidet, dicke Bohlen längs trennt oder viele Serienschnitte macht, ist mit zwei getrennten Maschinen – etwa einer Kappsäge und einer Tischkreissäge oder Tauchsäge – besser bedient.

Worauf achten?

  • Schnitthöhe am Tisch: Prüfen Sie, ob sie für Ihre typischen Materialien reicht.
  • Anschläge: Der Parallelanschlag muss stabil und parallel sein; bei kleinen Tischen ist das oft der Schwachpunkt.
  • Schutzeinrichtungen: Auch im Tischbetrieb müssen Spaltkeil und Schutzhaube montiert sein. Bei der Kappsäge-mit-Obertisch-Bauform darf der untere Blattbereich nicht frei zugänglich sein.
  • Umrüsten: Wie viele Handgriffe braucht der Wechsel? Werden Anschläge verstellt?

Sicherheit: Kombisägen sind besonders unfallträchtig, wenn Schutzeinrichtungen beim Umrüsten vergessen werden. Nach jedem Wechsel prüfen: Sitzt die Haube, ist der Spaltkeil montiert, ist der jeweils nicht benutzte Blattbereich abgedeckt?

Praxistipp: Ein Blatt mit 40 bis 48 Zähnen ist der beste Kompromiss für beide Betriebsarten. Hintergründe stehen im Beitrag Tischkreissägeblätter.

Quellen und weiterführende Informationen