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NetzfräseFräsen & Sägen verstehen

Welche Materialien kann man mit Schlitzfräsen bearbeiten?

Aktualisiert am 3 Min. LesezeitFräsen

Mauernutfräsen sind für mineralische Baustoffe gebaut, doch Wand ist nicht gleich Wand. Ob die Maschine leicht durchläuft oder sich quält, hängt vom Material, seiner Härte und den Zuschlagstoffen ab – und von der passenden Diamantscheibe.

Schema der Installationszonen für Leitungen in der Wandwaagrechte Zone unter der Deckewaagrechte Zone über dem Fußbodensenkrechte Zonenneben Türen, Fenstern,WandeckenSchematisch nach DIN 18015-3 – Maße und Sonderzonen (z. B. Küche) in der Norm bzw. beim Elektrofachbetrieb prüfen.
Schlitze nur in den Installationszonen fräsen – unabhängig vom Material – Zeichnung: Netzfräse

Diamant ist nicht gleich Diamant

Mauernutfräsen arbeiten mit Diamanttrennscheiben. Die Diamantkörner sitzen in einer metallischen Bindung auf den Segmenten am Rand. Beim Schneiden nutzt sich die Bindung ab und legt neue Diamanten frei – die Scheibe schärft sich gewissermaßen selbst. Wie schnell das geschehen soll, hängt vom Material ab: Für harte Baustoffe wie Beton braucht es eine weichere Bindung, damit frische Körner nachkommen; für weiche, abrasive Baustoffe wie Porenbeton oder Putz eine härtere Bindung, die nicht zu schnell verschleißt. Deshalb verkaufen Hersteller Scheiben für „Mauerwerk“, „Beton“ oder „Universal“.

Die Baustoffe im Einzelnen

MaterialVerhalten beim SchlitzenHinweis
Porenbeton (Gasbeton)sehr leicht, hohe Vorschubgeschwindigkeitabrasiv, viel feiner Staub; oft reicht auch ein Handschlitzer
Hochlochziegelgut, aber Stege können ausbrechenHohlkammern beachten, nicht zu tief schlitzen
Vollziegel, Klinkergut bis mittelKlinker ist hart, Vorschub reduzieren
Kalksandsteingutenthält Quarz – Staubschutz besonders wichtig
Putz (Kalk, Gips, Kalkzement)sehr leichtTiefe auf Putz plus Mauerwerk abstimmen
Betonschwer, je nach FestigkeitBewehrung nie durchtrennen; nur mit Freigabe
Natursteinsehr unterschiedlichGranit hart, Sandstein weich; Probeschnitt

Beton: Vorsicht Bewehrung

In Stahlbetonwänden und -decken liegt Bewehrungsstahl, oft nur wenige Zentimeter unter der Oberfläche. Ein Schlitz, der den Stahl freilegt oder gar durchtrennt, kann die Tragfähigkeit beeinträchtigen. Schlitze in Beton gehören daher nur nach Rücksprache mit einem Tragwerksplaner in tragende Bauteile. Einfache Mauernutfräsen kommen in hartem Beton ohnehin kaum voran; hier arbeiten Fachbetriebe mit größeren Geräten.

Sicherheit: Kalksandstein, Beton und viele Natursteine enthalten Quarz. Der beim Fräsen entstehende Feinstaub ist gesundheitsschädlich. Nur mit Absaugung (mindestens Staubklasse M) und Atemschutz arbeiten.

Hohlkammern und dünne Wände

Moderne Hochlochziegel haben viele Hohlkammern. Beim Schlitzen brechen die dünnen Stege leicht aus, und ein zu tiefer Schlitz öffnet eine ganze Kammer. Das ist bei nichttragenden Wänden meist unproblematisch, schwächt aber die Wand und erschwert das spätere Verschließen. Fräsen Sie so tief wie nötig, nicht so tief wie möglich.

Bei Leichtbauwänden aus Gipskarton hat eine Mauernutfräse nichts verloren. Kabel verlaufen hier im Hohlraum der Ständerwand; Dosen werden mit einer Dosenbohrkrone gesetzt.

Holz, Metall, Kunststoff: nicht geeignet

Diamanttrennscheiben schneiden Holz schlecht und erhitzen sich dabei stark; Metall kann Segmente beschädigen. Stoßen Sie beim Schlitzen auf Holzbalken (etwa in Fachwerk) oder Metallteile, unterbrechen Sie die Arbeit. Holzbauteile bearbeitet man mit Holzwerkzeugen – und Fachwerk ist ohnehin ein Fall für Fachleute, weil Balken oft tragend sind.

Probeschnitt und Einstellungen

Praxistipp: Beginnen Sie mit einem kurzen Probeschnitt an einer unauffälligen Stelle. Wie leicht die Maschine läuft und wie der Staub aussieht, verrät viel über das Material. Staub, der hell und sehr fein ist und kaum Körner enthält, deutet auf Porenbeton oder Gips hin; rötlicher auf Ziegel.

Wählen Sie die Nuttiefe so, dass das Leerrohr oder Kabel samt Befestigung vollständig in der Wand verschwindet und noch Platz für Mörtel oder Gips zum Verschließen bleibt. Mehr über die Maschine selbst lesen Sie im Beitrag zur Schlitzfräse, über den passenden Sauger unter Staubsauger für die Mauernutfräse.

Quellen und weiterführende Informationen