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NetzfräseFräsen & Sägen verstehen

Die japanische Säge

Aktualisiert am 2 Min. LesezeitHand-, Garten- & Kettensägen

Japanische Sägen, oft kurz Japansägen genannt, schneiden beim Ziehen statt beim Stoßen. Dadurch kann ihr Blatt sehr dünn sein. Das macht sie präzise, leicht und kraftsparend – und in vielen europäischen Werkstätten längst zum Standard.

Ryoba: Die eine Seite ist für Längsschnitte, die andere für Querschnitte gezahnt
Ryoba: Die eine Seite ist für Längsschnitte, die andere für Querschnitte gezahnt – Foto: Simon A. Eugster · CC BY-SA 3.0 · Wikimedia Commons

Warum auf Zug?

Ein Sägeblatt, das geschoben wird, muss steif genug sein, um nicht auszuknicken. Ein Blatt, das gezogen wird, steht unter Zugspannung und bleibt von selbst gerade. Deshalb können japanische Sägeblätter deutlich dünner sein als europäische. Die Folge: eine schmale Schnittfuge, wenig Kraftaufwand und eine sehr genaue Führung. Die Zähne sind lang, spitz und fein geschliffen.

Die wichtigsten Typen

  • Ryoba: beidseitig gezahnt – eine Seite für Längsschnitte (gröber, meißelartig), die andere für Querschnitte (feiner, messerartig). Die vielseitigste Japansäge ohne Rücken.
  • Dozuki: mit einem Rücken aus Stahl oder Messing, der das Blatt versteift. Für feinste Schnitte an Zinken, Zapfen und Gehrungen; die Schnitttiefe ist durch den Rücken begrenzt.
  • Kataba: einseitig gezahnt, ohne Rücken – für tiefe Schnitte, bei denen der Rücken stören würde.
  • Kugihiki: sehr flexibles Blatt ohne Schränkung, das flach auf der Oberfläche aufliegt. Zum bündigen Abschneiden von Dübeln und Zapfen, ohne die Fläche zu verkratzen.
  • Azebiki: kleine Säge mit gebogener Zahnreihe, um mitten in einer Fläche einzuschneiden.

Richtig sägen mit der Japansäge

  1. Werkstück fest spannen; bei Feinschnitten auf Brust- oder Ellenbogenhöhe.
  2. Säge locker am Griff halten, oft mit ausgestrecktem Zeigefinger zur Führung.
  3. Mit dem hinteren Blattteil in flachem Winkel anschneiden und die ersten Züge kurz halten.
  4. Dann mit langen Zügen und fast ohne Druck sägen. Beim Zurückschieben das Blatt entlasten.

Praxistipp: Die häufigste Ursache für ein zerknicktes Blatt ist Druck beim Vorschieben. Lassen Sie die Säge beim Rückweg einfach gleiten – sie schneidet nur beim Ziehen.

Wechselblätter und Schärfen

Viele Japansägen haben impulsgehärtete Wechselblätter. Die Zahnspitzen sind extrem hart und bleiben lange scharf, lassen sich aber nicht nachfeilen; ist das Blatt stumpf, wird es getauscht. Traditionell handgeschmiedete Sägen werden von Spezialisten geschärft. Zum Schutz gegen Rost genügt ein Hauch Kamelienöl oder ein anderes säurefreies Öl.

Grenzen

Japansägen sind für Hartholz und Nadelholz gemacht, nicht für Holz mit Nägeln oder für Grobarbeit auf der Baustelle. Die feinen Zähne brechen leicht aus, wenn sie auf Metall oder in verdrehten Schnitt geraten. Für grobe Zuschnitte oder Äste greifen Sie besser zu einem Fuchsschwanz oder einer Gartensäge.

Sicherheit: Die Zähne sind sehr scharf und brechen in der Haut ab. Blatt beim Ablegen abdecken und die Führungshand beim Anschneiden nicht direkt vor die Zahnreihe legen.

Japansäge und europäische Säge

Beide haben ihre Berechtigung. Europäische Rückensägen sind robuster und lassen sich mit einfachem Werkzeug schärfen; Japansägen sind feiner und kraftsparender. Viele Tischler nutzen beides – die Japansäge für Verbindungen, die Gestellsäge oder den Fuchsschwanz für Zuschnitte.

Quellen und weiterführende Informationen