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NetzfräseFräsen & Sägen verstehen

Die Gehrungssäge

Aktualisiert am 2 Min. LesezeitKreis-, Kapp- & Tischsägen

Eine Gehrung verbindet zwei Werkstücke an einer Ecke, indem beide schräg angeschnitten werden – bei einer rechtwinkligen Ecke jeweils um 45 Grad. „Gehrungssäge“ nennt man sowohl die handgeführte Säge in einer Führung als auch umgangssprachlich die elektrische Kappsäge.

Gehrung: Beide Teile werden um den halben Eckwinkel angeschnittenGehrungsfugerechtwinklige Ecke:jedes Teil 45°Eckwinkel αα / 2
Bei einer Ecke mit Winkel α wird jedes Teil um α/2 angeschnitten – Zeichnung: Netzfräse

Die Gehrungsregel

Die Grundregel ist einfach: Jedes Teil wird um die Hälfte des Eckwinkels angeschnitten. Bei einer rechtwinkligen Ecke sind das 45 Grad, bei einem Sechseck mit 120-Grad-Ecken jeweils 60 Grad zur Kante, also 30 Grad Gehrung auf der Skala. Wände sind selten exakt rechtwinklig. Messen Sie deshalb den tatsächlichen Winkel mit einer Schmiege oder einem digitalen Winkelmesser und halbieren Sie ihn.

Gehrung: Beide Teile werden um den halben Eckwinkel angeschnittenGehrungsfugerechtwinklige Ecke:jedes Teil 45°Eckwinkel αα / 2
Gehrung an einer Ecke: Beide Teile werden um den halben Eckwinkel angeschnitten – Zeichnung: Netzfräse

Von Hand: Gehrungslade und Handgehrungssäge

  • Die Gehrungslade ist ein U-förmiges Profil mit Schlitzen bei 45 und 90 Grad. Eine Feinsäge wird durch die Schlitze geführt. Günstig und für Bilderleisten oder Deckenleisten ausreichend, solange die Schlitze nicht ausgeleiert sind.
  • Die Handgehrungssäge besteht aus einem Sägebügel mit gespanntem Blatt, der in einer verstellbaren Führung auf einem Drehteller läuft. Winkel lassen sich stufenlos einstellen und arretieren, oft mit Längenanschlag. Sie schneidet leise, staubarm und sehr genau – beliebt bei Rahmenbauern und im Modellbau.

Mit der Maschine

Die elektrische Variante ist die Kappsäge. Sie schneidet schneller und auch dickere Hölzer; für breite Bretter gibt es die Kappzugsäge. Viele Kappsägen haben Rasten für gängige Winkel wie 15, 22,5, 30 und 45 Grad.

Profile und Sockelleisten

Bei Sockel- und Deckenleisten entscheidet die Lage im Schnitt:

  • Sockelleisten werden meist stehend am Anschlag geschnitten – so, wie sie später an der Wand stehen.
  • Deckenleisten und Kranzprofile liegen schräg zwischen Wand und Decke. Sie werden entweder schräg angelehnt am Anschlag geschnitten oder flach liegend mit Gehrung und Neigung (Doppelgehrung).
  • Innenecken lassen sich statt mit Gehrung auch mit einem Konterschnitt (Anreißen und Aussägen des Profils) verbinden; das deckt schiefe Wände besser ab.

Praxistipp: Schneiden Sie beide Teile einer Ecke zuerst etwas zu lang, prüfen Sie die Passung und kürzen Sie dann. Ein Millimeter zu lang lässt sich nacharbeiten, ein Millimeter zu kurz nicht.

Sauber verbinden

Gehrungen an Rahmen werden verleimt und bei Bedarf mit Rahmenklammern, Nagelung oder eingefrästen Federn gesichert. Zum Verleimen helfen Rahmenspanner mit Eckstücken. Bei Leisten an der Wand genügt oft Montagekleber; kleine Spalten schließt Acryl oder Holzkitt.

Sicherheit: Bei der elektrischen Säge gelten die üblichen Regeln: Werkstück spannen, Hände weit vom Blatt, Blatt im Werkstück auslaufen lassen. Mit der Handgehrungssäge ist die Gefahr gering – trotzdem das Werkstück in der Führung festhalten, nicht davor.

Quellen und weiterführende Informationen