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NetzfräseFräsen & Sägen verstehen

Die Benzin-Kettensäge

Aktualisiert am 2 Min. LesezeitHand-, Garten- & Kettensägen

Für Brennholz aus dem Wald, Sturmholz oder große Bäume im Garten ist die Benzin-Kettensäge das Standardwerkzeug. Sie ist kraftvoll und unabhängig vom Stromnetz – und zugleich eines der gefährlichsten Werkzeuge, die Privatleute benutzen können.

Benzin-Kettensäge mit Schwert und Sägekette
Benzin-Kettensäge mit Schwert und Sägekette – Foto: kallerna · CC BY-SA 3.0 · Wikimedia Commons

Technik

Ein Zweitaktmotor treibt über eine Fliehkraftkupplung ein Kettenrad an. Die Sägekette läuft auf dem Schwert (Führungsschiene) und wird dabei von einer Ölpumpe geschmiert. Wichtige Sicherheitseinrichtungen sind:

  • die Kettenbremse, die bei einem Rückschlag über den vorderen Handschutz oder einen Trägheitsmechanismus auslöst,
  • der Kettenfangbolzen, der eine gerissene Kette auffängt,
  • die Gashebelsperre, die ein unbeabsichtigtes Gasgeben verhindert,
  • ein Antivibrationssystem zwischen Motor und Griffen.

Größe und Schwertlänge

Für Brennholz und Gartenarbeiten reichen Sägen mit etwa 35 bis 50 cm³ Hubraum und einem Schwert von 30 bis 45 cm. Größere Sägen sind schwerer, anstrengender und nicht automatisch sicherer. Als Faustregel sollte das Schwert etwas länger sein als der Durchmesser des typischen Holzes, damit Sie nicht mit der Schwertspitze arbeiten müssen.

Kraftstoff

Zweitakter laufen mit einem Gemisch aus Benzin und Zweitaktöl, meist im Verhältnis 1:50 – maßgeblich ist die Angabe des Herstellers. Empfehlenswert ist Sonderkraftstoff (Alkylatbenzin) als Fertiggemisch: Er enthält deutlich weniger Schadstoffe, verringert die Belastung durch Abgase direkt vor dem Gesicht und ist lange lagerfähig. Viele Forstbetriebe schreiben ihn für die Brennholzselbstwerbung vor, ebenso biologisch schnell abbaubares Kettenöl – siehe Kettensägenöl.

Rückschlag

Der gefährlichste Moment ist der Rückschlag: Gerät das obere Viertel der Schwertspitze ins Holz, kann die Säge schlagartig nach oben und hinten in Richtung Kopf geschleudert werden. Kettenbremse und korrektes Halten mildern das, verhindern es aber nicht immer.

Sicherheit: Nie mit der Schwertspitze sägen, die Säge immer mit beiden Händen und umgreifendem Daumen halten, nicht über Schulterhöhe sägen und nie auf einer Leiter. Fällarbeiten und Arbeiten an unter Spannung stehendem Holz (Windwurf) erfordern Ausbildung und Erfahrung.

Schutzausrüstung

Zur Mindestausrüstung gehören:

  • Schnittschutzhose (mindestens Schnittschutzklasse 1, 20 m/s Kettengeschwindigkeit) mit Schnittschutzeinlage,
  • Sicherheitsschuhe oder -stiefel mit Schnittschutz,
  • Forsthelm mit Gesichtsschutz (Visier) und Gehörschutz,
  • Handschuhe, bei Bedarf mit Schnittschutz an der linken Hand,
  • eng anliegende, gut sichtbare Kleidung.

Motorsägenkurs

Wer im Wald Brennholz selbst schlagen möchte, braucht bei den meisten Forstbetrieben einen Nachweis über einen Motorsägenlehrgang – oft ein zweitägiger Grundkurs nach den Vorgaben der Unfallversicherungsträger. Auch für die Arbeit im eigenen Garten ist er dringend zu empfehlen. Angeboten wird er von Forstämtern, Waldbesitzerverbänden, Volkshochschulen und Fachhändlern.

Praxistipp: Arbeiten Sie nie allein im Wald. Eine zweite Person in Ruf-, aber außerhalb der Gefahrenzone ist Pflicht bei Fällarbeiten und dringend empfohlen beim Aufarbeiten.

Wartung

Vor jedem Einsatz: Kettenspannung, Ölstand, Kettenbremse und Schärfe prüfen. Luftfilter regelmäßig reinigen, Kette nach Bedarf schärfen – Anleitung im Beitrag Kettenschärfgerät. Elektrische und akkubetriebene Kettensägen sind leiser und abgasfrei; für kleine Arbeiten bietet sich die Mini-Kettensäge an.

Quellen und weiterführende Informationen