Arbeitssicherheit an Säge und Fräse
Sägen und Fräsen sind darauf gebaut, Material zu trennen – und unterscheiden dabei nicht zwischen Holz und Hand. Die meisten Unfälle passieren nicht durch technische Defekte, sondern durch Eile, fehlende Schutzeinrichtungen und Routine. Diese Regeln gelten für fast alle Maschinen.
1. Schutzeinrichtungen bleiben dran
Spaltkeil, Schutzhaube, Pendelhaube, Kettenbremse, Niederhalter: Jede dieser Einrichtungen existiert, weil es ohne sie zu schweren Unfällen kam. Sie werden weder abgebaut noch festgeklemmt noch überbrückt. Wo sie für einen Spezialschnitt stören, sieht die Betriebsanleitung eine Alternative vor. Wie etwa der Spaltkeil Rückschlag verhindert, zeigt der Beitrag Die Tischkreissäge.
2. Persönliche Schutzausrüstung
- Schutzbrille bei jeder Säge und Fräse – Späne, Splitter und abgebrochene Zähne fliegen schneller, als man blinzeln kann.
- Gehörschutz: Viele Sägen und Fräsen erreichen Lautstärken, die bei längerer Arbeit das Gehör schädigen. Kapselgehörschutz oder gut sitzende Stöpsel.
- Atemschutz bei Staub, zusätzlich zur Absaugung – FFP2, bei Quarz- und Hartholzstaub besser FFP3.
- Handschuhe nur dort, wo keine Einzugsgefahr besteht. An Tischkreissäge, Bandsäge oder Bohrmaschine können Handschuhe erfasst werden; beim Hantieren mit Blättern, Brettern und bei der Kettensäge sind sie dagegen richtig.
- Kettensäge: Schnittschutzhose, Schnittschutzschuhe, Helm mit Visier und Gehörschutz – Details im Beitrag Die Benzin-Kettensäge.
3. Staub ist ein Gesundheitsrisiko
Holzstaub, insbesondere von Eiche und Buche, gilt als krebserzeugend. Mineralischer Staub beim Schlitzen und Schleifen enthält oft Quarz. Deshalb:
- Maschine an einen Sauger mit passender Staubklasse anschließen (für Holz- und Mineralstaub mindestens M),
- feucht oder mit Sauger reinigen, nie mit Druckluft oder Besen,
- in geschlossenen Räumen zusätzlich lüften.
Hintergründe zu Staubklassen stehen im Beitrag Staubsauger für die Mauernutfräse.
4. Werkstück sichern, Hände weg von der Linie
Sicherheit: Werkstücke immer festspannen oder sicher auflegen, die Hände nie in Verlängerung des Schnitts halten und für schmale Teile Schiebestock oder Schiebeholz verwenden. Bei Kreissägen seitlich neben der Blattlinie stehen, falls es doch zu einem Rückschlag kommt.
5. Werkzeug in gutem Zustand
Stumpfe Blätter und Fräser verlangen mehr Druck, erhitzen sich und erhöhen das Rückschlagrisiko. Prüfen Sie Blätter auf Risse, fehlende Zähne und Verfärbungen, und halten Sie die zulässige Höchstdrehzahl ein. Blattwechsel nur bei gezogenem Stecker oder entnommenem Akku.
6. Strom, Kabel, Akku
- Maschinen im Freien oder in feuchten Räumen nur an Steckdosen mit Fehlerstromschutzschalter betreiben.
- Kabel so führen, dass sie nicht in den Schnittbereich geraten; Verlängerungskabel vollständig abrollen.
- Vor Schnitten in Wände, Böden und Decken mit einem Ortungsgerät nach Leitungen und Rohren suchen.
- Beschädigte Akkus nicht mehr verwenden und nicht laden.
7. Konzentration und Umgebung
- Nicht unter Zeitdruck, müde oder nach Alkohol arbeiten.
- Arbeitsplatz aufgeräumt halten, gute Beleuchtung, rutschfester Boden.
- Kinder und Haustiere fernhalten; niemand steht im Rückschlagbereich.
- Lange Haare zusammenbinden, keine weite Kleidung, keinen Schmuck.
Praxistipp: Machen Sie vor jedem Einschalten einen kurzen Check: Blatt fest und richtig herum? Schutzeinrichtungen dran? Werkstück gespannt? Absaugung an? Hände und Kabel frei? Dieser Moment kostet zehn Sekunden.
8. Lernen und fragen
Viele Volkshochschulen, Holzfachhändler und offene Werkstätten bieten Maschinenkurse an. Für Kettensägen ist ein Motorsägenlehrgang dringend zu empfehlen und im Wald oft Voraussetzung. Und: Die Betriebsanleitung ist kein Beipackzettel, sondern die wichtigste Informationsquelle zu Ihrem Gerät.
Einen Überblick, welche Säge für welchen Schnitt geeignet ist, gibt der Beitrag Elektrische Säge – welche wofür?