Vogelhaus und Nistkasten selber bauen
Ein Vogelhaus ist das klassische erste Holzprojekt – mit Säge, Bohrer und etwas Geduld an einem Nachmittag gebaut. Damit es den Vögeln wirklich nützt, lohnt ein Blick auf die Maße und auf den Unterschied zwischen Futterhaus und Nistkasten.
Futterhaus oder Nistkasten?
- Ein Futterhaus bietet Futter im Winter. Vogelschutzverbände empfehlen heute eher Futtersilos oder Futterspender, in denen die Vögel nicht im Futter herumlaufen und es mit Kot verschmutzen. Klassische Futterhäuschen sollten täglich gereinigt und nur mit kleinen Futtermengen befüllt werden.
- Ein Nistkasten bietet Höhlenbrütern wie Meisen, Kleibern oder Sperlingen einen Brutplatz. Er muss geschlossen, gut belüftet, regensicher und katzensicher sein.
Viele alte Anleitungen verwechseln beides. Wer den Vögeln wirklich helfen will, baut einen Nistkasten – und ergänzt im Winter ein Futtersilo.
Material
- Holz: unbehandelte Bretter aus Fichte, Lärche oder Douglasie, 18 bis 20 mm dick. Dickes Holz isoliert gegen Hitze und Kälte.
- Keine Lacke oder Holzschutzmittel innen; außen allenfalls eine umweltverträgliche Lasur. Leinöl ist eine gute Wahl.
- Schrauben statt Nägel für ein Dach oder eine Front, die sich zum Reinigen öffnen lässt.
- Dachpappe oder ein überstehendes Dach als Regenschutz.
Maße für einen Meisenkasten
- Innenmaß des Bodens etwa 12 × 12 cm,
- Flugloch mindestens etwa 17 cm über dem Boden, damit Katzen und Marder nicht an die Brut kommen,
- Flugloch 26–28 mm für Blaumeise, Tannen- und Sumpfmeise, 32 mm für Kohlmeise, Kleiber, Haus- und Feldsperling,
- einige kleine Bohrungen im Boden zur Entwässerung und Belüftung.
Werkzeug
- Eine Handsäge mit feiner Zahnung oder eine Japansäge für saubere, gerade Schnitte; wer viele Kästen baut, nimmt eine Kappsäge.
- Eine Stichsäge für Dachschrägen oder Zierformen – siehe Stichsäge.
- Ein Forstnerbohrer in Fluglochgröße für ein sauberes Loch ohne Ausriss.
- Akkuschrauber, Schleifpapier, Zollstock, Anschlagwinkel.
Praxistipp: Rauen Sie die Innenseite der Front unterhalb des Fluglochs mit einer Säge oder Raspel an. So finden die Jungvögel Halt, wenn sie zum Ausfliegen hochklettern.
Aufhängen und reinigen
Hängen Sie den Kasten in zwei bis drei Metern Höhe auf, das Flugloch nach Osten oder Südosten, weg von der Wetterseite und nicht in die pralle Mittagssonne. Er sollte leicht nach vorn geneigt hängen, damit kein Regen hineinläuft, und für Katzen schwer erreichbar sein. Am Baum befestigen Sie ihn mit Aluminiumnägeln oder einem Bügel, der den Stamm nicht einschnürt.
Nach der Brutsaison, meist im Herbst, das alte Nest entfernen und den Kasten ausbürsten. Chemische Reinigungsmittel sind unnötig.
Sicherheit: Beim Sägen kleiner Teile das Werkstück immer spannen und nicht mit der Hand nah am Blatt festhalten. Kinder, die mitbauen, sägen mit einer Handsäge – nicht an der Maschine.
